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Sexualpädagogisches Konzept


Schwerpunkt: Grundschule


Vorbemerkungen

Kindliche Sexualität ist gekennzeichnet durch Spontanität, Neugier und Unbefangenheit. Sie unterscheidet sich von der zielgerichteten Sexualität Erwachsener.

Laut dem Kerncurriculum des Sachunterichts soll jede/r Schüler*in zur Teilnahme am demokratischen Leben sowie zu einem verantwortlichen und nachhaltigen Handeln geführt werden, damit ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben möglich ist. Dabei ist es grundlegend, Heterogenität als Bereicherung wahrzunehmen, Empathie und Toleranz zu fördern sowie Zivilcourage anzubahnen.


Haltung

In unserer Einrichtung ist uns ein offener und selbstreflektierter Umgang bei sexuellen Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen wichtig.
Sexualität ist in jedem Lebensalter etwas Natürliches. Beide Geschlechter sind gleichberechtigt, daraus ergibt sich der erzieherische Umgang.
Ein freiwilliger Austausch von Zärtlichkeiten der Kinder untereinander gehört zur sexuellen Entwicklung. Das Erkennen, Aufstellen und Einhalten von Grenzen ist in diesem Erfahrungsbereich wichtig und von den Pädagogen*innen zu begleiten. Kein Kind muss Zärtlichkeiten erdulden, die es nicht möchte.
Unsere Verhaltensregeln dienen den Kindern und Jugendlichen zur Orientierung und unterstützen den Prozess der kindlichen sexuellen Entwicklung.
Im generellen Umgang miteinander steht die Achtung unserer Werte im Vordergrund. Auf kulturelle Besonderheiten und Haltungen gehen wir ein. Die aktive und vertrauensvolle Einbindung der Eltern und ein positiver Informationsaustausch bilden den zentralen Punkt.


Nähe und Distanz

In unserer Einrichtung erhält das Thema „Nähe und Distanz“ eine professionelle Reflexion, die die Qualität der pädagogischen Arbeit durch Standardisierung einzelner Prozesse unterstützt.
Eine positive Beziehungsarbeit gibt den Schüler*innen Schutz, Orientierung, Halt und Sicherheit, sowie Beratung und Begleitung.
Geborgenheit durch freiwillige körperliche Nähe ist kein Tabu in unserer Einrichtung, da sie den Bedürfnissen der Kinder entspricht. Für Nähe ist jedoch nicht zwangsläufig Körperkontakt nötig und umgekehrt ist Körperkontakt ohne Nähe möglich. Die pädagogische Fachkraft muss sich zu jeder Zeit bewusst sein, was fachlich vertretbar ist.


Zusammenarbeit mit den Eltern

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtiger Baustein der sexualpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wesentliche Elemente sind:

  • Information über Unterrichtsinhalte zum Thema „Sexualität“
  • Publikation des Sexualpädagogischen Konzepts auf der Schulwebseite
  • Information über Fachliteratur
  • Offene Gespräche mit den Erziehungsberechtigten zum Thema

Umgang mit grenzüberschreitendem Verhalten

Grenzwertige sexuelle Aktivitäten sind Handlungen, die die individuelle Grenze des Einzelnen überschreiten. Gemeint sind sexuelle Handlungen, an einem ungeeigneten Platz stattfinden. Wenn Kinder beschämt reagieren oder wenn Handlungen vollzogen werden, die als unangenehm empfunden werden.
Macht und Unfreiwilligkeit sind die zentralen Merkmale von sexuellen Übergriffen.

Beispiele für grenzüberschreitendes Verhalten:

  • Mehrmaliges Präsentieren und Aufdrängen der Geschlechtsteile an ungeeigneten Plätzen/Situationen
  • Berühren an Stellen, die ein anderes Kind als unangenehm empfindet (auch küssen und umarmen)
  • Verwenden sexualisierter Sprache
  • Nachahmen von sexuellen Gesten
  • Langanhaltendes sexualisiertes Verhalten (ständig sexualisierte Bilder malen, sexualisierte Wörter verwenden, die nicht altersgerecht sind, ..)

Im Team muss die Situation individuell bewertet werden.


Reaktionen und Regeln bei schwerwiegendem oder dauerhaft grenzüberschreitendem Verhalten

Unsere Einrichtung verpflichtet sich mindestens zweimal im Schuljahr mit den Schüler*innen Verhaltensweisen aufzuzeigen, die dem grenzüberschreitenden Verhalten entgegenwirken können. Wichtige Eckpfeiler dafür sollten sein: „Was mag ich“, Was mag ich nicht“, „Jeder mag etwas anderes“. Die Unterrichtseinheit ist als Dokumentation in das Klassenbuch einzutragen.

Bei Regelverstößen wird sofort mit den beteiligten Personen gesprochen. Verstöße werden schriftlich notiert.

Im Einzelfall wird ein einheitlich vorgesehenes schulisches Vorgehen veranlasst:

1) Gespräch mit den Beteiligten

2) Besprechen des Vorfalls im Team

3) Information der Eltern

4) Meldung an die Schulleitung, welche über weitere Maßnahmen entscheidet

5) Bei schwerwiegenden Grenzüberschreitungen wird die Insofern-erfahrene Fachkraft involviert



Abschließende Informationen

Das vorliegende Konzept entspricht den Werten und Normen unserer Einrichtung und befindet sich im fortlaufenden Entwicklungsprozess.

Die Eltern werden bei der Anmeldung Ihres Kindes und zu Beginn des Sexualunterrichtes ab Klasse 1 auf dieses Konzept hingewiesen. Mit der Unterschrift des Schulvertrages erklären sie sich mit dem Konzept einverstanden. Die Eltern können jederzeit Fachliteratur und Adressen von Beratungsstellen in unserer Region er
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